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Mitglieder ab 1923

Historie des Hamburger Schleppjagd-Verein e.V.

Der Hamburger Schleppjagdverein unterhält die älteste aktive deutsche Meute mit dem Zuchtstandard des englischen Foxhounds.

Zurückgehend auf Anfänge im Jahre 1866 und Jagden ohne Hunde in den 70-er Jahren des 19. Jahrhunderts, wurde 1886 von Offizieren des Husarenregiments 15 der Hamburg-Wandsbeker Schleppjagdverein gegründet. Nachdem dieser über den ersten Weltkrieg und die Nachkriegsjahre hinaus nicht gehalten werden konnte, wurde 1923 der Hamburger Schleppjagd-Verein gegründet. Zu den Gründern gehörten zahlreiche frühere Mitglieder und Aktive des Hamburg-Wandsbeker Schleppjagd-Vereins, so dass eine Kontinuität gewahrt wurde. Von der Gründung bis einschließlich der Saison 1933, als er nach Berlin übersiedelte, war Hauptmann a.D. Georg Skrowonski (17.10.1890-14.09.1971) der erste Master des neuen Vereins und zugleich auch die treibende Kraft für den Aufbau einer eigenen Meute, das tägliche Hundebewegen und bei der Vorbereitung und Durchführung der Jagden.

Von 1933 bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges war der Reeder Eberhard Thost Master (1896-1990); ab 1935 vereinigte er die Position des Masters mit der des ersten Vorsitzenden. Es gelang ihm, drohenden Eingriffen durch die damaligen Machthaber zu entgehen, in dem er Meute und Verein unter den Schutz der Wehrmacht stellte, deren Offiziere in nicht unbeträchtlicher Zahl als Teilnehmer im Jagdfeld aktiv waren. Dank dieser Hilfe überstanden der Jagstall in Wiemerskamp, der Verein als solcher sowie ein kleiner Teil der Meute mit dem Huntsman Walter Schwebke auch den zweiten Weltkrieg. Wegen der fehlenden Futterbasis wurden die letzten Hunde im Mai 1945 dann den Engländern übergeben.

Die erste Mitgliederversammlung des Vereins nach dem Kriege fand 1946 statt, und bereits im Jahre 1947 wurde in der Nähe des Jagdstalls die erste Hubertusjagd geritten. Erster Vorsitzender wurde Dr. Alexander Schön (07.07.1894-01.04.1976), der den Verein bis 1965 leitete; ihm folgte Manfred Prinz zu Bentheim und Steinfurt (31.07.1918-18.12.1985), bis zu seinem Tode. Zum ersten Master nach dem Kriege wurde Robert Sauber (1948-1951) bestellt. Ihm folgte von 1952-1955 Hans Domke. Von 1956 bis 1983 war Hans Giele Master, der nach seinem Rücktritt zum Ehrenmaster ernannt wurde und ab 1986-1997 das Amt des Vorsitzenden übernahm. Unter der Leitung von Hans Giele, der ab 1965 auch Vorsitzender der "Fachgruppe Jagdreiter im DRFV" ist, erfolgte zielstrebig der Aufbau der Meute, unterstützt von den Huntsman (prof.) Walter Schwebke (1934-1965).

Ihm folgten Günther Eggers (1965-1970), Kunihiro Ohta und Wilfried Ebel (1971-1972), der dann 30 Jahre beim RWS tätig war. Ab 1973 war Karl-Heinz Hoffmann auch unter Master Jürgen Schumann (1983-1993) mit Peter Martens ab 1988-1993 Huntsman. 1994-2001 übernahm Ernst-Günther Voigtländer die Mastership und 1998 in Doppelfunktion auch noch das Amt des 1. Vorsitzenden. Seit 1999 ist Kurt Kirchner der 1. Vorsitzende des HSJV und seit 2002 Dieter Backasch Master FH und Ehefrau Dorothèe Kennel-Huntsman.

Die ersten 2 1/2 Koppeln Foxhounds wurden Anfang 1948 aus britischen Beständen übernommen und bereits wenig später durch einige, von den damals in Wolfenbüttel stehenden Life-Guards, deren Meute im wesentlichen Beaufort-Linien führte, ergänzt. In den 60-er und 70-er Jahren wurden Jagdmeute und Zucht mehrfach durch Importe bekannter englischer und irischer Meuten verstärkt. Zahlreiche Hounds konnten auch an befreundete Meuten oder junge im Aufbau befindliche Meuten abgegeben werden. Die Zahl der Meets - innerhalb und außerhalb der Saison - konnte auf mehr als 50 pro Jahr ausgeweitet werden, während der Hauptsaison wurde ständig Sonnabend und Sonntags geritten. In den Monaten August und September auch Mittwochs um 6.30 Uhr. Die Kennelanlage Wiemerskamp in Hamburg musste 1995 aufgegeben werden. Auf Gut Schnede in Vierhöfen/Nordheide entstand der neue Kennel mit einem 6 ha Auslauf- und Trainingsgelände. Der Master und Mitglieder der Equipage wohnen in unmittelbarer Nähe auf dem Gut. Schwerpunkte der Arbeit im Kennel sind die tägliche Versorgung, Pflege, Auslauf und Training der ca. 50 Foxhounds mit dem Ziel für die Meets 15 bis 20 jagdfähige Koppeln ständig einsatzfähig zu halten. Dazu ist Zucht, Aufzucht und Ausbildung von Junghunden erforderlich.

Auf die Initiative von Hans Giele als Master des Hamburger Schleppjagd-Vereins gehen einige wichtige Neuerungen zurück, durch die die Jagdreiterei in der Nachkriegszeit wesentlich beeinflusst wurde. Um bei dem Wiederaufbau der Meuten kurzfristig wieder einen hohen Zuchtstandard zu erreichen, wurden Meute-Vergleichsschauen veranstaltet, zu denen schon früh Richter und Experten auch von den britischen Inseln herangezogen wurden. Auch über die Zusammensetzung der Jagdfelder und die Gewinnung aktiver Jagdreiter machte man sich in Hamburg frühzeitig Gedanken. Nachdem die Angehörigen der Truppen ausfielen, die bis in den zweiten Weltkrieg hinein zahlenmäßig einen wichtigen Beitrag gestellt hatten und viele jüngere Reiter den Weg in den Leistungssport suchten, galt es eine breitere Basis zu finden. Die Einteilung in zwei oder drei Jagdfelder wurde eingeführt, um unerfahrene Reiter oder Reiter mit jungen Pferden an die Jagdreiterei heranzuführen; das erste Feld nimmt dabei die normalen Hochsprünge, das zweite Feld Hochsprünge mit herabgesetzten Überstangen und das dritte Feld Boden wie gewachsen, also lediglich Naturhindernisse (wie Knicks, Gräben usw.). Bei Bedarf wird seitdem auch ein Ponyfeld mitgeführt. Eingeführt wurden zudem Jagden ausserhalb der eigentlichen Saison (von Anfang August bis Mitte November) die ganzjährig ein- bis zweimal monatlich - auch unter extrem winterlicher Witterung - stattfinden, um Mitglieder und Freunde mit ihren Huntern hinter der Meute ihrer Passion nachgehen zu lassen und das Brauchtum und die praktizierten Jagdregeln des HSJV zu bewahren.

Die Veränderung in der Landwirtschaft - zum Teil durch die Abschaffung der Rinderbestände und des Weidebetriebes zum Teil durch fortschreitende Technisierung und das sofortige Umbrechen und Neubestellen der Felder - stellen hohe Anforderungen an die Vorbereitung und Terminplanung und erfordern eine entsprechende Beweglichkeit. Durch intensive Pflege der Kontakte zu Landeignern und Forstverwaltungen sowie zu einigen ländlichen Reitervereinen konnten in den letzten Jahren neue Jagdgebiete erschlossen und alte, fast schon verlorengegangene wieder­gewonnen werden.

Heute veranstaltet der HSJV auf Einladung seiner Jagdpaten in ganz Norddeutschland eine vielfalt von Meets, die z.B. nur für die Meutearbeit oder noch nicht sehr erfahrener Reiter und junger Pferde sowie zum Einjagen der Junghunde vorgesehen sind und einem jagdlichen Ausritt ähneln, ohne Jagdhindernisse zu springen. Oder die als Arbeitsschleppen bzw. erweiterte Arbeitsschleppen angekündigt werden und schwerpunktmäßig Meutearbeit bedeuten, bei denen, so wie das Gelände es zulässt, auch angelegt wird. Soweit einladende, der Landschaft angepasste Hindernisse vorhanden sind, wird gelegentlich auch gesprungen.

Meets, die als Schleppjagden in den Rundschreiben erwähnt werden, haben Hinweise, welche Anforderungen an „Ross und Reiter“ gestellt werden, z. B. sind die Bezeichnungen leicht, mittelschwer oder sportlich zu beachten.

Es wird immer ein 2. Feld geführt ohne Hindernisse über Boden wie gewachsen.

Zu den sportlichen Aktivitäten des Hamburger Schleppjagd-Vereins gehören im Frühjahr die Durchführung von Lehrgängen, Geländeritte mit Einzel- und Gruppen-Geländeprüfungen sowie in der Saison die Durchführung einer Damenjagd. Im Anschluß an die Damenjagd wird ein Flachrennen um den Penthesilea-Cup ausgetragen. In einer gesonderten Veranstaltung werden jeweils Ende September zwei Rennen über einen Point to Point Kurs mit zum Teil erhöhten Hindernissen sowie Pony-Rennen in der Flachklasse durchgeführt.

Der Verein gibt seit 80 Jahren jährlich seinen Almanach "Das Grüne Heft" heraus, in dem jeweils das Protokoll der Mitgliederversammlung, ein aktueller Bericht über den Stand der Meute, die sportlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten, ebenso wie die Mitgliederliste, die insgesamt etwa 220 Personen aller Altersgruppen umfasst, verzeichnet wird.
Hamburger Schleppjagd-Verein e.V. - Gut Schnede - 21444 Vierhöfen - Telefon: (04172) 1294 - Fax: (04172) 961366 - email@hsjv.com